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Gemeinsam zur Mobilität von morgen: Die Gemeinde Eschenbach nimmt ihre Bevölkerung mit auf den Weg.

In der Gemeinde Eschenbach wird die Mobilität von morgen geplant und diskutiert: Es geht um öV-Ausbau, Umfahrungsstrassen und E-Bike-Angebote für Gemeindemitarbeitende. Die Bevölkerung wird aktiv in die Planung einbezogen, auf Sorgen aus der Gemeinde werden gehört.  Unter anderem fanden im Rahmen der Ortsplanung «Quartiergespräche» statt: Hier wurde direkt mit den Einwohner:innen gesprochen und Erkenntnisse gesammelt. «Die Sicherheit für die Velofahrer und Fussgänger sowie der Verkehr an den Randstunden ist auf dem Sorgenbarometer weit oben», erzählt uns Markus Kronenberg von der Gemeinde Eschenbach.  

Warum die Mobilität von Schüler:innen nicht beim Schulweg endet

Wann beginnt eigentlich die eigene Mobilität? Zählt es, wenn man getragen wird, oder ist esder erste Spaziergang in einem Kinderwagen? Beginnt Mobilität erst einige Monate später, wenn man sich an den ersten Schritten versucht? Spätestens nach vier bis sechs Jahren beschäftigt sich jede:r zwangsläufig mit der eigenen Mobilität: Die Schule beginnt. Wo Schüler:innen unterwegs sind, steht die Verkehrssicherheit an oberster Stelle. Sichere Schulwege sind nur ein Teil davon; auch wie die Kinder den Weg bestreiten, ist wichtig. Ob zu Fuss, mit dem «Trotti», dem Bus, oder auf dem Velo: Die Anreiseformen sind vielfältig. Umso wichtiger ist es, dass sich die Schüler:innen bewusste Gedanken zu ihrer Mobilität und deren Auswirkungen machen.

Von futuristischen Ideen bis zu CO2-Ausstoss: So geht Mobilität der Zukunft in der Schule.

Fliegende Autos und Jetpacks; wenn man vor einigen Jahrzehnten an die Mobilität im 21. Jahrhundert dachte, so tat dies wohl manches Schulkind träumerisch und mit glasigem Blick aus dem Fenster. Die Lehrperson an der Wandtafel aber versuchte, Verkehrserziehung zu vermitteln: wie etwa dem richtigen Verhalten als Fussgänger:in oder Velofahrer:in. Heutzutage sind die allerwenigsten mit Jetpack oder fliegenden Autos unterwegs, dafür hat sich der Lehrplan um einiges weiterentwickelt. Das verdanken wir unter anderem Markus Wilhelm von der PH Luzern. Dort leitet er den Masterstudiengang sowie das Forschungs-und Entwicklungsinstitut zu den Themen Natur, Mensch, Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung.

Unterwegs in Escholzmatt-Marbach

Escholzmatt-Marbach liegt im oberen Entlebuch, 2013 fusionierten zwei bestehende Gemeinden zu einer. Durch die Region führt ein Güterstrassennetz von 250 km, sowie eine Postauto-Linie. Aber gerade in ländlichen Gemeinden gibt es Gebiete, die mit dem öV nicht immer gut zu erreichen sind: Für sie hat Escholzmatt-Marbach eigene Angebote bereitgestellt. «Mit dem Car-Sharing-Angebot von Sponti-Car wurde am Bahnhof Escholzmatt eine weitere Form der Mobilität eingeführt», erklärt uns Pius Kaufmann. Er ist der Gemeindeamman von Escholzmatt-Marbach. «Ebenfalls wurde das Mitfahrsystem ‘Taxito’ eingeführt, um die schlecht erschlossenen Gebiete erreichbarer zu machen.» Mit Taxito werden spontane Fahrgemeinschaften gebildet.

Elektromobilität fürs ländliche Postkarten-Idyll: Büron macht’s vor.

Die Gemeinde Büron stellt ihren Bewohner:innen ein Elektroauto zur Verfügung. Dieses können sie bei Bedarf nutzen und aus verschiedenen Mietoptionen auswählen – unterwegs Aufladen ist im Preis enthalten. Mitarbeiter:innen der Gemeinde können das Auto unter Angabe der Verwendung kostenlos buchen und nutzen. Das Konzept wurde von EnergieTeam.LU entwickelt, möglich macht es die Kooperation mit dem Car-Sharing-Partner Share Birrer. Auch für Büroner:innen, die privat auf ein Elektroauto umsteigen wollen, stellt die Gemeinde Infrastruktur zur Verfügung: An den vorhandenen Ladestationen können die Bürger:innen dauerhaft Nacht-Zeitfenster reservieren. Der Fahrstrom ist Regiostrom und kommt am Tag meist aus der eigenen Photovoltaik-Anlage.

So will die Kantonshauptstadt klimaneutral werden

Die Stadt Luzern will bis 2040 klimaneutral werden. Dafür gibt die Klima- und Energiestrategie der Stadt auch im Bereich Mobilität einige Ziele und Massnahmen vor. Gesamthaft soll eine Reduktion der Verkehrsleistung erzielt und der verbleibende Verkehr klimaneutral abgewickelt werden. «Dazu ist eine Änderung des Mobilitätsverhaltens erforderlich», sagt David Walter von der Stadt Luzern. «Das bedeutet, dass alle einen Beitrag leisten und teilweise auch ihre Komfortzone verlassen müssen.» Das geschehe zum Beispiel dann, wenn nicht mehr mit dem Auto direkt bis zum Zielort gefahren, sondern an geeigneter Stelle auf klimaneutrale Verkehrsmittel umgestiegen werde.  

Als Arbeitgeberin die Zukunft vorleben: Das Mobilitätskonzept der Gemeinde Root

Die Gemeinde Root will in Sachen Mobilität eine Vorbildfunktion einnehmen. Bereits 2020 hat sie für ihre Mitarbeiter:innen Mobilitätspakete eingeführt. Wer mit dem öV, zu Fuss oder dem Velo zur Arbeit kommt, erhält einen jährlichen Zuschuss von 300 CHF. Auf 2023 ist eine Erhöhung des Beitrags auf 500 CHF geplant. Jährlich wird ein Mobilitätsteam beauftragt, neue Massnahmen vorzuschlagen. Dieses Team setzt sich zusammen aus Mitarbeitenden der Gemeinde Root, der Schule und der externen Beratung von Trafiko. Daraus resultierten Projekte, wie die Teilnahme an der schweizweiten Velo-Challenge «Cyclomania» oder einem Velo-Testtag.  

All-in-One Lösung für die Mobilität der Weinbergli-Siedlung

Im Luzerner Weinbergli haben die ABL gemeinsam mit der Albert Koechlin Stiftung die erste Mobilitätsstation Luzerns eröffnet. Ein E-Auto, Cargo-Bike, E-Roller und zwei E-Bikes stehen dort zur Verfügung. Nicht nur die Anwohner:innen, sondern auch auswärtige Personen können das Angebot nutzen und die verschiedenen Fahrzeuge mieten. Mit nur einer einzigen App können die verschiedenen Fahrzeuge gebucht, geöffnet und bezahlt werden. Das ist ein grosses Plus gegenüber anderen Angeboten, wo pro Fahrzeugtyp eine eigene App benötigt wird. Aus der Weinbergli-Siedlung haben sich bereits über 170 Personen in der «Trafikpoint»-App registriert und nutzen das Angebot rege.

Teilen à la Unter-Grundhof

In der Siedlung Unter-Grundhof in Emmen bieten acht Besitzerschaften rund 65 Wohnungen und 8 Ateliers an. Mit einem ganzheitlichen Lebensraum will die Siedlung die Konsum- und Mobilitätsbedürfnisse der Bewohner:innen reduzieren. Dazu gehört ein Car-Sharing, aber auch unbekanntere Konzepte wie eine Foodcoop. Für die Foodcoop werden vier mal jährlich grosse Mengen an Essen gemeinschaftlich bestellt. Das Essen wird daraufhin im Gemeinschaftsraum im Unter-Grundhof an die verschiedenen Bestellgruppen weitergegeben. «Das erspart viel Fahrerei und stärkt nebenbei die Vernetzung in der Nachbarschaft», erklärt Lea Egloff.

Einmal Neubau mit Balkon und Mobilitätsgutschrift gefällig? Das gibt’s im Matteo in Luzern.

Das «Matteo» ist ein neues Areal, das mitten im Mattenhof-Quartier im Stadtteil Luzern Süd steht. Allen Mieter:innen stehen hier jährlich, passend zur Wohnung, Mobilitätspakete zur Verfügung. Dazu gehört ein kostenfreies Bike-Sharing-Angebot von «Nextbike», Gutschriften für öV-Abos, Car-Sharing, Veloservice und E-Cargo-Bikes. Die Höhe der öV-Gutschrift ist zum einen abhängig von der Wohnungsgrösse, zum anderen wird miteinbezogen, ob die Mieter:innen ein eigenes Auto besitzen. So gibt es Gutschriften von bis zu 800 CHF im Jahr für grosse autofreie Wohnungen, 150 CHF gibt’s für Mieter:innen mit Parkplatz und Privatauto.

Mit Muskelverkehr ans «Städtli-Fäscht Soorsi»

Jedes Jahr am ersten Samstag im Juli findet der Traditionsanlass in der Altstadt von Sursee statt: Es ist Zeit für das «Städtli-Fäscht Soorsi». Während sich alle für das jährliche Getriebe vorbereiten, wird das Städtli von allen Seiten für den Verkehr gesperrt. «Die Bevölkerung kennt die Wochenend-Sperrung des Städtlis während den Sommermonaten bereits», erzählt uns Erich Felber vom Verein Städtli-Fäscht Soorsi. Da das «Städtli-Fäscht» in erster Linie für die lokale Bevölkerung sei, komme ein grosser Teil zu Fuss oder mit dem Fahrrad an den Anlass.

Keine Fasnacht ohne Fasnächtler:innen. Doch wie reisen diese an?

Die rüüdigen Tage gehören einfach zu Luzern. Fröhlichkeit, Ausgelassenheit und fasnächtliche Kreativität stehen seit je im Zentrum. Damit die Fasnächtler:innen von überall ohne Probleme zu den Feierlichkeiten an- und wieder abreisen können, arbeitet das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) eng mit der Stadt, der Polizei und den öV-Partnern zusammen.  Das Komitee empfiehlt, während den närrischen Tagen die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Das ist nicht nur umweltfreundlicher und einfacher als eine Anreise mit dem Auto, sondern auch für die Besucher:innen entspannter. «So können die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler auch mit gutem Gewissen noch ein Kafi Huerenaff geniessen», erzählt uns der LFK-Präsident Berto Margraf.  

Volle (CO2-neutrale) Kraft voraus mit Galliker

Mit «Green Logistics by Galliker» will das Familienunternehmen Galliker bis 2050 CO2-Neutralität. Hierfür schauen sie in alle Ecken: Auf energieeffiziente Infrastrukturen, alternative Fahrzeug-Technologien oder umweltfreundliche Transport- und Logistik-Konzepte. Galliker besitzt bereits heute einige Nutzfahrzeuge mit Alternativantrieben, darunter auch den weltweit ersten vollelektrischen Autotransporter. Hierfür gehen sie auch Kooperationen mit spezialisierten Unternehmen ein, um eigene Lösungen zu entwickeln. Die Fahrer:innen werden in ökologischem, sparsamem Fahren geschult.

Die PIRMIN JUNG Schweiz AG setzt auf Bahnhofsnähe, Videokonferenzen und Car-Sharing

Alle Standorte der PIRMIN JUNG Schweiz AG liegen in unmittelbarer Bahnhofsnähe, auch die Standorte in Deutschland. Für Mitarbeiter:innen hat der öV einen angenehmen Vorteil: Sie dürfen ihren Arbeitstag bereits im Zug beginnen, wenn sie die Zeit produktiv nutzen. «Unser Nachhaltigkeitsbericht 2019 hat uns vor Augen geführt, dass 61 % unseres CO2- Fussabdruckes durch das Pendeln der Mitarbeitenden verursacht wird», erzählt uns Pirmin Jung. «Mit dem Umzug nach Sursee haben wir hiermit sicherlich bereits einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.» Unmittelbar beim Bahnhof Sursee befindet sich das "Haus des Holzes". Der neue Standort wurde mit Velo-Parkplätzen und einem Car-Sharing-Angebot eingerichtet.  

Einen neuen Standort als Chance nutzen: Fresenius Kabi Schweiz macht’s vor.

Das Gesundheitsunternehmen Fresenius Kabi (Schweiz) AG zog im Frühling 2020 an den Mattenhof in Kriens. Ein neuer Standort bringt viele Veränderungen mit sich: für die Mitarbeiter:innen bedeutet er auch einen neuen Arbeitsweg. Fresenius Kabi Schweiz hat diesen Umstand als Chance gesehen und für das Unternehmen ein flexibles Mobilitätsangebot erstellt. Für die Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes wurden proaktive Gespräche mit den Mitarbeiter:innen geführt. Ziel war es, herauszufinden, unter welchen Voraussetzungen die Mitarbeitenden einen Wechsel vom Auto auf Muskelkraft oder öV in Betracht ziehen würden.  

Individuelle Lösungen für individuelle Arbeitswege bei der Hirslanden Klinik St. Anna

Die Hirslanden Klinik St. Anna unterstützt ihre Mitarbeiter:innen bei ihrem individuellen Arbeitsweg. Die betriebsinterne Mobilitätsgruppe hat ein Konzept erarbeitet, welches auch Optionen für spezielle Dienstzeiten beinhaltet – eine Klinik muss rund um die Uhr erreichbar sein und kann sich nicht immer nach dem Fahrplan des öffentlichen Verkehrs richten. Mitarbeitende der Hirslanden Klinik St. Anna können aus verschiedenen Optionen wählen: Zwischen dem öV, Langsamverkehr, einem Mix aus beidem oder dem privaten Auto. Je nach Wahl werden ihnen SBB Railchecks, Gutscheine für Motorrad- oder Velogeschäfte oder ein Parkplatz zur Verfügung gestellt – Letzteres allerdings nur, wenn sie ausserhalb des öV-Rayon wohnen, welcher die Klinik definiert hat.

Mobilität im Abo bei der Herzog-Elmiger AG

Beim Unternehmen Herzog-Elmiger geniesst bewusste Mobilität einen hohen Stellenwert. Ihr mit der Albert Koechlin Stiftung erarbeitetes Mobilitätskonzept wurde nicht nur von ihrer Branche, sondern auch von der Politik und Bewerber:innen positiv aufgenommen. 2022 gewann das Unternehmen dafür den Innovationspreis des Verbands «Holzwerkstoffe Schweiz». Sechs verschiedene Abos stehen den Mitarbeiter:innen zur Verfügung, jedes mit unterschiedlichen Vergütungen und Pflichten. Wer sich etwa für das «Velo-Abo» entscheidet, erhält nicht nur einen Gutschein in Höhe von 500 CHF, sondern auch einen halben Ferientag geschenkt pro gefahrene 500 Kilometer. In einem anderen Abo wird ein E-Bike zur Verfügung gestellt, Autofahrer hingegen müssen für ihren Parkplatz 600 CHF bezahlen.  

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales plant Mobilität für die Zukunft

WAS Wirtschaft Arbeit Soziales befindet sich momentan an drei Standorten in der Stadt Luzern. 2025 ziehen alle Bereiche in das neue Quartier «Eichhof West» zwischen Luzern und Kriens. Zum Standortwechsel hat WAS einiges geplant, um noch nachhaltiger zu werden: Von einem Energiekonzept beim Bau der neuen Räumlichkeiten, über naturnahe Bepflanzung bis hin zu einem neuen Mobilitätskonzept. Dabei hat das WAS unter anderem das Mobilitätsmanagement des Kantons Luzern mitberücksichtigt. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Individualverkehr stark zu Elektro-Fahrzeugen und Sharing-Angeboten tendiert», erzählt uns Alain Rogger von WAS. Neben 110 «normalen» Parkplätzen für Kunden und Mitarbeitende sind auch 16 Elektro-Parkplätze geplant, sowie zusätzliche Sharing-Dienstwagen. Für 230 Fahrräder steht ebenfalls Platz bereit.  

Vom Bus zum Ruderboot: So funktioniert Mobilität bei der Lucerne Regatta

Rund 15'000 Besucher:innen reisen jährlich für die dreitägige Lucerne Regatta nach Luzern. Sowohl lokale Rudersportfans wie auch internationale Wettkampfteilnehmer:innen pilgern dafür an den Rotsee – die meisten davon mit dem öffentlichen Verkehr. «Wir empfehlen all unseren Besuchern, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an den Rotsee zu reisen», erklärt uns Timon Wernas von der Lucerne Regatta. Natürlich sei Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema an der Regatta, allerdings sei eine Anreise mit dem öV auch aus pragmatischer Sicht der einfachste und schnellste Weg, um an den Rotsee zu gelangen.

So macht die malerische Unesco Biosphäre Entlebuch Mobilität.

Bei vielen entstehen im Kopf schöne Bilder von grünen Landschaften und dichten Wäldern, wenn man an die UNESCO Biosphäre Entlebuch denkt. Eine Assoziation zum öV-Netz, E-Tankstellen oder E-Bike-Sharing liegt eher fern. Und doch ist auch, oder gerade besonders, für eine ländliche Gegend die Auseinandersetzung mit Mobilität zentral. Neben klassischen Massnahmen wie Park+Ride Parkplätzen am Bahnhof oder dem Ausbau von Velowegen traut sich die Region Entlebuch auch an neue Lösungen. Mit Sponti-Car wird ein Car-Sharing angeboten, das Taxito-Mitfahrsystem wurde eingeführt und ein E-Bike-Verleihsystem wird aufgebaut.  

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